
Nicholas Güsken: Die irritierende Kraft der Quantenphysik
07:00 pm
BRICKS Club Berlin, Anton-Wilhelm-Amo-Straße 30, 10117 Berlin
In der Wissenschaft beginnt Fortschritt oft dort, wo Beobachtungen irritieren und den bisherigen wissenschaftlichen Status quo erschüttern. Für den Quantenphysiker Nicholas Güsken von der Universität Paderborn treibt dieses Unbehagen die Erkenntnis voran. Welche Irritationen gehen von der Quantenphysik aus? Wie verändert sie unser Verständnis der Welt? Welche technologischen Transformationen erwarten uns? Ein Abend über das Staunen, die Macht des Zufalls und die produktive Kraft der Irritation.
Nicholas Güsken erforscht, wie man einzelne Photonen – die kleinsten Lichtteilchen – gezielt kontrolliert und für neue Technologien nutzt. Bestimmte Materialien interagieren mit Licht so, dass sie Lichtteilchen als Informationsüberträger verwenden. Seine Projekte beginnen meist mit dem Ziel, einen neuen Mechanismus, eine Anwendung oder einen Effekt zu demonstrieren. Doch oft entdeckt er dabei unerwartete Phänomene, die zu neuen Erklärungen führen. Kürzlich erforschte er ein Material, das wie die Haut eines Tintenfischs unter Wasser Farbe und Textur verändert. Dieses Projekt entstand zufällig, als seine Gruppe bemerkte, dass sich in dem Material durch Elektronenstrahlen unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten programmieren lassen. Regelmäßig stößt er auf Phänomene, die etablierten Theorien widersprechen – darin liegt für ihn die schöpferische Kraft der Irritation. Nicholas Güsken erklärt, wie Licht und Materie auf kleinster Skala interagieren, warum das für die technologische Entwicklung entscheidend ist, und gibt Einblicke in seinen Erkenntnisprozess.
In Kooperation mit der Jungen Akademie

Zur Person
Nicholas Güsken, Physiker und Nanotechnologe, wechselte im vergangenen Jahr von der Stanford University an die Universität Paderborn. Dort baut er die Professur „Quantenphotonik & Optoelektronik“ auf. Güsken promovierte am Imperial College London über Licht-Materie-Wechselwirkungen und forschte mit einem Leopoldina-Stipendium in Stanford zu optischen Schnittstellen. Seine Berufung wurde durch die Zusammenarbeit der Universität, der Stiftung und dem Rückkehrprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen ermöglicht. Seit 2025 ist er Mitglied der Jungen Akademie.
Anmeldung
Irritieren Sie mich am 26. März 2026, 19 Uhr (Einlass 18:30 Uhr)
Hinweis zu Film- und Fotoaufnahmen
Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass bei unseren Veranstaltungen Fotos- und/oder Filmaufnahmen gemacht werden. Teilnehmer:innen erklären sich damit einverstanden, dass Foto- und Filmaufnahmen von ihnen während der Veranstaltungen gefertigt werden. Sie sind mit einer zeitlich und räumlich unbeschränkten Nutzung dieser Aufnahmen durch die Stiftung und ihre Kooperationspartner einverstanden.
Gesprächsreihe Irritieren Sie michzur Reihe
Irritation wirkt – sie fordert uns heraus, regt zum Denken an und lässt uns Bekanntes neu sehen. Die Gesprächsreihe „Irritieren Sie mich” nutzt dieses Potenzial: Gemeinsam mit Gästen aus Wissenschaft und Gesellschaft geben wir überraschenden Ideen, vernachlässigten Fragen und ungewöhnlichen Forschungsansätzen Raum. Wir interessieren uns für Themen, die gewohnte Denkmuster in Frage stellen. Für neue Perspektiven, die zum Weiterdenken anregen. Und für Wissenschaftler:innen, die mit Neugier und Mut an die Grenzen des Wissens gehen – dorthin, wo Erkenntnis oft mit Irritation beginnt. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme! Irritieren Sie mich ist eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der Wübben Stiftung Wissenschaft und der Jungen Akademie.